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FSFE zu AVM gegen Cybits: Ein kleiner Computer ist dennoch ein Computer

27. Juni 2011 in 2011, Magazin, Online & IT

= FSFE zu AVM gegen Cybits: Ein kleiner Computer ist dennoch ein Computer =

[Online unter http://fsfe.org/news/2011/news-20110622-01.de.html ]

Berlin, 22. Juni 2011 – Gestern fand in Berlin eine gerichtliche
Anhörung zu einem Fall statt, der zu einem bedeutenden Präzedenzfall für
die Embedded-Industrie werden könnte (siehe dazu [3]). In dem
Rechtsstreit zwischen AVM und Cybits versucht AVM, die Position
durchzusetzen, dass andere nicht das Recht haben, Freie Software auf von
AVM gekauften Geräten, wie der weit verbreiteten Fritz!Box, zu
verändern. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Linuxkernel, der
unter der GNU GPL vertrieben wird. Diese Lizenz garantiert den Benutzern
genau diese Freiheit. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) und
gpl-violations.org haben heute einen detaillierten Bericht über die
Anhörung veröffentlicht.

„Anwender haben das Recht, selbst zu entscheiden, welche Software auf
ihren Computern läuft. Wenn AVM oder irgendeine andere Firma sich nicht
an die GNU General Public License halten möchte, dann sollten sie keine
GPL-lizenzierte Software verwenden“, sagt Matthias Kirschner,
Deutschlandkoordinator der FSFE.

„AVM will seine monopolistische Macht über diese Geräte behalten und
weiter ausbauen, sogar nachdem sie bereits verkauft worden sind. Dies
widerspricht nicht nur der GNU General Public License des Linuxkernels,
sondern ist auch wettbewerbsfeindlich“, sagt Harald Welte, Mitarbeiter
am Linuxkernel und Gründer des gpl-violations.org-Projekts.

Das Gericht hat während der gestrigen Anhörung keine Entscheidung
getroffen. Die Teilnehmer dürfen weitere schriftliche Ausführungen
einreichen. Das Gericht kann dann entweder direkt entscheiden, oder in
eine Beweisaufnahme eintreten. Die FSFE und gpl-violations.org werden
den Fall weiter beobachten und die Freiheit von Softwareanwendern
verteidigen.

1. Detaillierter Bericht über die gerichtliche Anhörung am 21. Juni:

http://fsfe.org/projects/ftf/avm-gpl-violation.de.html#oh-20110621

2. Harald Weltes Blogeintrag, der sich auf die technischen Aspekte
konzentriert:

http://laforge.gnumonks.org/weblog/2011/06/21/#20110621-avm_cybits_court_hearing

3. 2011-06-20: Pressemitteilung: „AVM verletzt die Lizenz des
Linuxkernels“ http://fsfe.org/news/2011/news-20110620-01.de.html

== Presse Kontakt ==

Matthias Kirschner , Free Software Foundation Europe
Linienstraße 141, 10115 Berlin
Telefon: +49-30-275 95 290 Mobil: +49-1577-178 000 3

== gpl-violations.org ==

The gpl-violations.org project is taking legal and other means to make
sure commercial users of Free Software are adhering to the GNU General
Public License. gpl-violations.org has enforced the GNU GPL in
hundreds of cases, most of them amicably and out of court. However,
if necessary, legal means such as warning notices, preliminary
injunctions and civil copyright lawsuits are used in order to ensure
companies are following-up with their obligations under the GNU GPL.
gpl-violations.org was started by Free Software developer Harald
Welte, who has received multiple awards in recognition of his legal
efforts on enforcing the GNU GPL.

= Über die Free Software Foundation Europe =

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) ist eine gemeinnützige,
regierungsunabhängige Organisation, die in vielen Ländern Europas
aktiv und in vielen globalen Aktionen involviert ist. Der Zugang zu
Software entscheidet über die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft.
Um Chancengleichheit im Informationszeitalter und die Freiheit des
Wettbewerbs sicherzustellen, widmet sich die Free Software Foundation
Europe (FSFE) der Förderung Freier Software, welche dadurch definiert
wird, dass sie von jedem Menschen uneingeschränkt benutzt, untersucht,
verändert und weitergegeben werden kann. Dies ins öffentliche
Bewusstsein zu rücken und der Freien Software politische und
rechtliche Sicherheit zu verschaffen, sind die wichtigsten Ziele der
FSFE, die 2001 gegründet wurde.

Weitere Informationen über die Arbeit der FSFE finden Sie auf

http://fsfe.org/

Workshop: Kampf den Online-Betrügern | Virtuelle Umgebung vorbereiten | TecChannel.de

22. Juni 2011 in 2011, Magazin, Online & IT

Workshop: Kampf den Online-Betrügern | Virtuelle Umgebung vorbereiten | TecChannel.de.

Bewegungsdynamik und Sprachmagie – RIMBAUD

20. Juni 2011 in Magazin

Bewegungsdynamik und Sprachmagie – RIMBAUD.

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Goa Gil 18.06.2011… erste Eindrücke vom Goa Gil Hexentanz Göritz

19. Juni 2011 in 2011, Magazin

Europaweites Forschungsprojekt für saubere Luft

8. Juni 2011 in Magazin

Bei der regelmäßigen Abgasuntersuchung wird auch der Anteil an Rußpartikeln bestimmt. (Foto: Joint Research Centre)

Bei der regelmäßigen Abgasuntersuchung wird auch der Anteil an Rußpartikeln bestimmt. (Foto: Joint Research Centre)

Bei der regelmäßigen Abgasuntersuchung wird auch der Anteil an Rußpartikeln bestimmt. (Foto: Joint Research Centre) Foto herunterladen Sie können Lungenkrebs und andere schwere Erkrankungen verursachen: die winzigen Rußpartikel aus den Abgasen von Dieselfahrzeugen. Deren Anzahl hat stetig zugenommen. Um dennoch die Gesundheitsbelastung durch Rußpartikel gering zu halten, sind die Grenzwerte für Dieselruß Schritt für Schritt drastisch gesenkt worden, von 180 mg/km (EURO 1, 1993) bis hin zu 5 mg/km in der EURO-Norm 5, die ab September dieses Jahres für neue Modelle gilt. In dieser Norm wird nicht mehr nur die Massen-Konzentration von Rußpartikeln, sondern deren Anzahl betrachtet, weil dieser Wert viel relevanter für die Gesundheitsgefahren ist. Dafür müssen neue Messgeräte zugelassen werden. Um das gesamte Messsystem von Zulassungsprüfungen über Kalibrierungen bis hin zu den regelmäßigen Abgasüberprüfungen an die neuen Vorgaben anzupassen, ist nun ein europaweites Projekt gestartet worden. Unter Federführung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) arbeiten darin mehrere nationale Metrologieinstitute mit Kooperationspartnern aus der Industrie zusammen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Neben dem Dieselruß widmet es sich auch zwei weiteren gesundheitlich problematischen Stoffen, die die Luft verschmutzen: kleinsten Teilchen von Platin und anderen Elementen aus Katalysatoren sowie jenen Quecksilberverbindungen, die bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern in Kraftwerken entstehen. Das Projekt begann mit einem Kick-Off-Workshop am 6./7. Juni in der PTB.

Während 1980 nur zwei Prozent aller neu zugelassenen Pkw Dieselfahrzeuge waren, liegt der Anteil heute schon etwas über 50 Prozent, bei einigen Pkw-Modellen sogar über 90 Prozent. Der Anteil grober Rußpartikel – und damit die Gesamtmasse – in Dieselabgasen wurde in den letzten Jahren zwar verringert. Gefährlich sind aber nicht so sehr diese, sondern die lungengängigen, sehr kleinen Rußteilchen. Sie sind zum Teil kleiner als 0,1 Mikrometer (µm), also 100 Nanometer (nm) – das ist ein Tausendstel des Durchmessers eines Menschenhaares. Unter anderem durch neue Techniken der Dieseleinspritzung hat die Menge der feinen (2,5 µm) und ultrafeinen (kleiner als 0,1 µm) Rußteilchen zugenommen und stellt die Messtechnik vor große Probleme. Noch werden bei regelmäßigen Abgasüberprüfungen Trübungsmessgeräte, sogenannte Opazimeter, eingesetzt, die gerade bei den ganz kleinen Teilchen ihre Schwächen haben. Also sollte in Zukunft die gesamte Messtechnik nachgerüstet werden, etwa mit Rußsensoren oder auch mit Partikelzählern, die nicht mehr die Menge, sondern die Anzahl der Teilchen – und dies vor allem deutlich genauer – messen.

Das europaweite Projekt hat zum Ziel, die einzelnen Lösungsansätze zu vergleichen, Messgeräte weiterzuentwickeln und sich um eine korrekte Rückführbarkeit von

Bei der Abgasuntersuchung für Dieselfahrzeuge sollen in Zukunft Rußsensoren oder Partikelzähler eingesetzt werden. (Foto: Joint Research Centre)

Bei der Abgasuntersuchung für Dieselfahrzeuge sollen in Zukunft Rußsensoren oder Partikelzähler eingesetzt werden. (Foto: Joint Research Centre)

Messergebnissen zu kümmern. Dazu sollen international abgestimmte Normale auf Grundlage der Teilchenzahl (statt wie bisher ihrer Masse) entwickelt werden, die dann der Zulassung und Kalibrierung von Messgeräten dienen werden. “Gerade beim Thema Luftreinhaltung bietet sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an. Schließlich macht Luft nicht vor nationalen Grenzen halt”, betont Martin Thedens, Projektkoordinator von der PTB. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben ist ein sogenanntes Joint Research Project (JRP) im Rahmen des europäischen Metrologieforschungsprogramms EMRP. Neben den Experten der PTB und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sind darin Kollegen aus Dänemark, der Schweiz, Slowenien, Frankreich, Finnland, Großbritannien, den Niederlanden und dem Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission beteiligt. Welche Bedeutung das Thema auch für die Wirtschaft hat, zeigt die große Anzahl an Partnern aus der Reihe der Messgerätehersteller und aus der Automobilindustrie.

Auch die beiden anderen Themen bieten besondere Herausforderungen für die Messtechnik. Beim ersten geht es um die sogenannten Platingruppen-Elemente (Platin, Palladium und Rhodium), die als “Abrieb” aus Katalysatoren in die Luft entweichen und ein gesundheitliches Problem darstellen. Um dies besser einschätzen zu können, muss man erst einmal genauer wissen, um welche Mengen es sich überhaupt handelt. Dasselbe Problem stellt sich beim Quecksilber, das aber nicht aus Kraftfahrzeugen, sondern im Wesentlichen aus Kohlekraftwerken stammt. Quecksilber ist zu ganz kleinen Anteilen in fossilen Brennstoffen wie etwa der Kohle vorhanden – aber es gibt eben eine ganze Menge solcher Kraftwerke in Europa. Bisher schwanken die Schätzungen noch zwischen 4800 Tonnen und 8300 Tonnen – es gibt also deutlichen Handlungsbedarf für die Messexperten.

Das Projekt soll auf allen diesen Gebieten die Messverfahren verbessern. Außerdem geht es darum, mehr Einheitlichkeit zu schaffen. Denn die rechtlichen Vorgaben sind überall in Europa gleich, aber die Kontrollen noch nicht. “Das muss sich ändern”, sagt Martin Thedens. “Letztlich sollen damit gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Staaten Europas geschaffen werden. Und wir müssen gerüstet sein, um langfristig auf dem internationalen Markt mitzumischen.” Schließlich sind auch in anderen Staaten sehr strenge Umweltschutzbestimmungen im Entstehen oder gelten schon. Da müssen die europäische Automobilindustrie und ihre Zulieferer am Ball bleiben, um ihre gute Weltmarktstellung dauerhaft zu halten. Die Metrologie-Institute helfen dabei.

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